Badminton-Skandal: Spielerinnen disqualifiziert
Vorerst noch im Wettbewerb: Wang Xiaoli/Yu Yang
Vorerst noch im Wettbewerb: Wang Xiaoli/Yu Yang

London (SID) - Die Badmintonspielerinnen, die am Dienstag versucht hatten, aus taktischen Gründen ihre Spiele zu verlieren, sind von ihren nationalen Verbänden disqualifiziert, vom Internationalen Olympischen Komitee aber nicht von den Spielen in London ausgeschlossen worden. Das bestätigte das IOC am Mittwochmittag.

Forderungen nach einem Ausschluss der gesamten Sportart aus dem olympischen Programm hat das IOC dagegen eine Absage erteilt. "Dafür ist es noch zu früh. Wir warten erst einmal mögliche Sanktionen durch den Disziplinarausschuss des Badminton-Weltverbandes ab", sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Mittwoch.

Adams lehnte eine Rückerstattung des Eintrittspreises für die Zuschauer, die um echten Wettkampf betrogen worden waren, ab. "Sie haben ja auch andere Spiele gesehen, gegen die es keine Anschuldigungen gibt", sagte Adams, dem Olympia-Chef Sebastian Coe beipflichtete: "Wir nehmen sehr ernst, was da passiert ist."

Die betroffenen Spielerinnen hatten versucht, aus taktischen Gründen ihre Spiele zu verlieren. Betroffen sind die Paare Wang Xiaoli und Yu Yang aus China, die Nummer eins der Setzliste, und Jung Kyung Eun/Kim Ha Na (Südkorea). Außerdem mussten sich Greysia Polii/Meiliana Jauhari (Indonesien) und Ha Jung Eun/Kim Min Jung (Südkorea) vor dem BWF-Disziplinarkomitee verantworten. Die Teams aus Indonesien und Südkorea legten später Einspruch gegen ihre Disqualifikation ein, der noch am Mittwoch verhandelt wurde.

Am Dienstagabend hatten sich beim Spiel zwischen Wang/Yu und Jung/Kim absurde Szenen abgespielt. Neun Aufschläge spielten die favorisierten Chinesinnen alleine im ersten Satz ins Netz oder ins Aus und verloren schließlich 11:21, 14:21. Der längste Ballwechsel im ersten Durchgang hatte ganze vier Schläge.

Weltmeisterin Yu gab die absichtliche Niederlage im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters indirekt sogar zu: "Am Mittwoch beginnt die K.o-Runde. Wir waren bereits qualifiziert und wollten mehr Energie für das Viertelfinale haben."


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